Feuerwerk im Blühenden Barock, Residenzschloss Ludwigsburg

Von Lustkugeln, Feuerrädern und PfauenschwänzenAnekdote:Das Feuerwerk zur Hochzeit

Herzog Carl Eugen liebte prächtige Festivitäten und Feuerwerke – das galt auch 1748 für seine Hochzeit mit Elisabeth Friederike von Brandenburg-Bayreuth. Das Jagdschloss Favorite mit seiner großen Freitreppe bot die perfekte Kulisse für ein großes Feuerwerk mit Beleuchtung.

Schloss Favorite Ludwigsburg, Feuerwerksdrache, Zeichnung aus der Halinitro-Pyrobolia von Joseph Furttenbach

Für ein imposantes Feuerwerk wurde keine Kosten und Mühen gescheut.

DAS FEUERWERK EROBERT EUROPA

Feuerwerk ist eine chinesische Erfindung. Schon seit rund 1000 Jahren begeistert es Menschen. Besonders in der Nacht zeigen die bunten Farben und lauten Knalle ihre beeindruckende Wirkung. Das Wissen um die Feuerwerkskunst gelangte über die Jahrhunderte von China aus nach Europa. Die fernöstliche Exotik entwickelte sich dort zum festen Bestandteil höfischer Feste. Feuerwerk war verschwenderisch und nur für den Moment – damit eignete es sich perfekt, um Reichtum und Macht zu zeigen.

Schloss Favorite Ludwigsburg, Außenfassade

Die große Freitreppe als perfekte Kulisse für ein großes Feuerwerk mit Beleuchtung.

Schöner Ausblick

Die Hochzeitsfeierlichkeiten von Herzog Carl Eugen und Prinzessin Elisabeth Friederike von Brandenburg-Bayreuth zogen sich über mehrere Wochen hin. Am Abend des 9. Oktober 1748 kehrten sie nach einer Parade ins Residenzschloss Ludwigsburg zurück. Sie sahen vom Gardesaal im ersten Obergeschoss des Alten Hauptbaus aus die „an der Fürstlichen Favorite zubereitete schöne Illumination, und das davor placierte Feuerwerck“ – so schildert es ein Jahr später Wilhelm Friedrich Schönhaar.

Schloss Favorite Ludwigsburg, Hochzeitsfeuerwerk 1748, Heimführungs-Festivitaeten des Herrn Carls von Wilhelm Friedrich Schönhaar

„Lustfeuerwerck so zu Ludwigsburg Anno 1748 den 9. Octobers gehalten worden.“

Es begann gegen 20 Uhr

Das Lichterspektakel wurde von eigens engagierten Feuerwerkskünstlern komponiert. Die Kosten waren enorm. Und das, obwohl das Feuerwerk von 1748 im Gegensatz zu späteren Anlässen noch recht sparsam ausfiel. Es startete mit Kanonenschüssen. Dann folgten „80 Lust-Kugeln, 2 zwölf-fündige, 2 Neun-pfündige, 2 Sechs-pfündige Racketen, … 24 Feuer-Räder, 6 Pfauen-Schwänze, 2.100 Raketen …“ und vieles mehr. Zum Abschluss wurden noch einmal 20 Kanonenschüsse abgefeuert.

Residenzschloss Ludwigsburg, Feuerwerk

In der Nacht zeigen die bunten Farben und lauten Knalle ihre beeindruckende Wirkung.

Monogramme im Mittelpunkt

Der ganze Hügel war in eine Bühnenarchitektur verwandelt worden. Es brannten rundherum tausende Lichter. „Oben auf der Altanen in der Mitte, brannten die beede Hochfürstlichen Namen CF unter einem Fürsten-Hut, und auf denen beeden Steegen-Galerien … sahe man wiederum die mit Fürsten-Hüten oben bedeckte Hochfürstl. Namen C. und F. jeden besonders, in blauem, rothem und weissem Feuer brennen.“

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