Jagd- und Lustschloss in weitläufigem Landschaftspark

Schloss Favorite Ludwigsburg

Weltneuheit – Musik ohne Musiker

Die Spieluhr

Wer heutzutage Musik hören möchte, schaltet das Radio, den CD-Player oder den Computer an. Im 18. Jahrhundert mussten die Musikliebhaber bei Hofe entweder selbst in die Tasten greifen oder Hofmusiker verpflichten. Kein Wunder, dass die mechanischen Spieluhren begehrt waren.

Kabinett am südwestlichen Zimmer von Schloss Favorite Ludwigsburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Verschiedene Uhren im kleinen Kabinett.

Prächtige Kunstwerke als Gehäuse

Kaum zu glauben, dass auch an den Herrscherhäusern die Zeit stets eine wichtige Rolle spielte. Aber fast in jedem Schlossraum stand eine Uhr, manchmal auch mehrere. Häufig kamen die Uhrwerke aus Paris. Prächtige Gehäuse aus Bronze, Messing, Alabaster oder edlem Holz machten sie zu wertvollen und repräsentativen Einrichtungsgegenständen.

Nikolaus Friedrich von Thouret, Selbstbildnis, um 1830; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Thouret plante die Neugestaltung der Innenräume des Schlosses.

Vom Entwurf zur fertigen Spieluhr

Im Auftrag des württembergischen Hofes fertigte Johannes Klinkerfuß Möbel und Uhrengehäuse aus exotischem Mahagoniholz. Viele seiner Werke aus der Zeit um 1800 sind heute noch im Residenzschloss Ludwigsburg und in Schloss Favorite zu sehen. Klinkerfuß setzte häufig die Möbelentwürfe von Nikolaus Friedrich von Thouret um, der auch für die Umgestaltung der Räume verantwortlich war. Auch für die Spieluhr im Schloss Favorite entwarf er eine Zeichnung. Aber: Nicht jedes Detail wurde auch tatsächlich umgesetzt.

Spieluhr von Johannes Klinkerfuß in Schloss Favorite Ludwigsburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Die Spieluhr von Johannes Klinkerfuß.

Wie ein Kanonenrohr, aber ganz friedlich

In Anlehnung an die gusseisernen Kanonenöfen, mit denen die Schlossräume im Winter geheizt wurden und die wie aufgestellte Kanonenrohre aussahen, wurden auch Uhrengehäuse angefertigt. Das Zifferblatt war dann meist auf Augenhöhe im „Kanonenrohr“ eingelassen. Der breitere Sockel diente als Basis und konnte ein Spielwerk beherbergen.

Flötenwerk–Spieluhr

Wie eine kleine Orgel funktioniert die Spieluhr. Mit Hilfe von Gewichten wird eine Walze mit Stiften angetrieben, die die Melodie bestimmt. Ein Blasebalg und 31 Flöten aus Holz bringen die Uhr zum Klingen. Die Bezeichnung der Walze lautet: „Bravour Aria Allegro von Schwa[nberger], Nro.2“. Johann Gottfried Schwanberger war Hofkomponist in Braunschweig. Das Spielwerk ist heute noch intakt. Lange Zeit stand diese Uhr im Neuen Schloss in Stuttgart.

TIPP

Lassen Sie sich in eine andere Zeit entführen: Bei manchen Führungen wird das Spielwerk vorgeführt.

Mehr erfahren

Kunstwerke & Räume

Bitte wählen Sie maximal 5 Schlagwörter aus.