Jagd- und Lustschloss in weitläufigem Landschaftspark

Schloss Favorite Ludwigsburg

Strahlend weiss und lichtdurchflutet

Der Festsaal

Einst bot er den würdigen Rahmen für die herzoglichen Hofbälle und die opulenten Diners: der Saal im Zentrum von Schloss Favorite. Einzigartig sind vor allem die bestens erhaltenen klassizistischen Verzierungen, die dem Raum seinen besonderen Glanz verleihen.

Saal in der Beletage von Schloss Favorite Ludwigsburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Alter Boden, dafür aber im neuesten Stil gestaltete Wände.

Alter Boden – neue Wände

Nur der knarzende Parkettboden stammt noch aus der Erbauungszeit von Herzog Eberhard Ludwig. Die Wand- und Deckengestaltung ist um 1800 erneuert worden. Ursprünglich war der Saal von Donato Giuseppe Frisoni entworfen worden. Ein gewölbtes Deckengemälde – ausgeführt von Luca Antonio Colomba – stellte die antike Göttin Diana beim Aufbruch zur Jagd dar. Bauschäden machten allerdings schon bald eine Sanierung unumgänglich.

Skulptur „Der Herbst“ von Johann Heinrich Dannecker in Schloss Favorite Ludwigsburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Lebensgroße Figur: „Der Herbst“, 1790.

Klassizistische Eleganz

Gleich nach seinem Regierungsantritt im Jahr 1797 beauftragte der spätere König Friedrich den Hofbaumeister Nikolaus Friedrich von Thouret mit der Umgestaltung des Saals und der benachbarten Kabinette. Seither erstrahlt der Saal in einer zarten hellblauen und weißen Farbgebung. Pilaster, Gesimse, Verzierungen und die flache Decke aus Stuck erinnern an antike Vorbilder. In den vier Nischen stehen Skulpturen der vier Jahreszeiten, geschaffen von den Bildhauern Johann Heinrich Dannecker und Philipp Jakob Scheffauer.

Eingangshalle im Erdgeschoss von Schloss Favorite Ludwigsburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Die Eingangshalle im Erdgeschoss.

Musik, Tanz und Feuerwerk

In diesem Saal feierten drei Generationen württembergischer Regenten rauschende Feste. Von den Musikeremporen ertönte die Tanzmusik, auf dem Parkett schwang die höfische Gesellschaft das Tanzbein und getafelt wurde bei solchen Gelegenheiten eine Etage tiefer in der Eingangshalle. Ein ganz besonderer Höhepunkt dürfte das Feuerwerk im Jahr 1748 gewesen sein, das auf der Balustrade vor dem Festsaal abgefeuert wurde.

Musikempore im Saal der Beletage von Schloss Favorite Ludwigsburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Auf der Empore spielten die Musiker.

Platz für die Musiker

Wenn der Herzog im Saal zum Tanz bat, wollte er zwar die Musik hören, nicht aber die Musiker sehen. Häufig wurde daher in barocken Schlössern eine platzsparende Variante gewählt: die Musikerempore. Sie befand sich unauffällig oberhalb der Tanzfläche. Kamen allerdings Blechbläser zum Einsatz, dann bezogen diese in der Regel wegen der Lautstärke vor dem Schloss Stellung.

TIPP

Achten Sie auf die Musikerempore direkt unterhalb der Decke. Mit manchen Sonderführungen kann man diesen Bereich auch besichtigen.

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